Busbahnhof Žabica
Über das Projekt
Der Zabica-Busterminal ist ein wegweisendes Infrastrukturprojekt in Rijeka, Kroatien, das den dringenden Bedarf der Stadt an modernen Verkehrs- und Parkeinrichtungen decken soll. Mit einer beeindruckenden Länge von 230 Metern und einer Breite von bis zu 35-60 Metern verbindet der Terminal Funktionalität mit beeindruckender Ästhetik. Er umfasst einen mehrstöckigen Busterminal, ein öffentliches Parkhaus mit 800 Plätzen und Gewerbeflächen, wobei der Bussteig unkonventionell im ersten Stockwerk liegt, um die Gewerbeflächen im Erdgeschoss zu maximieren.
Aus baulicher Sicht ist das Gebäude in drei separate Einheiten unterteilt, um thermische Bewegungen auszugleichen und strukturelle Lasten effizient zu bewältigen. Jede Einheit verfügt über ein Exoskelett in Form eines visuell auffälligen Diagridsystems. Dieses System dient nicht nur als architektonisches Statement, sondern bietet auch einen robusten Widerstand gegen seismische und Windkräfte, was unter den schwierigen Umweltbedingungen in Rijeka von entscheidender Bedeutung ist. Das Diagramm fügt sich nahtlos in die Stahlbetonkerne ein, um die vertikalen und seitlichen Lasten zu bewältigen, und gewährleistet ein Gleichgewicht zwischen Ästhetik und Funktionalität.
\[\textsf{\textit{\footnotesize{Die drei separaten Einheiten des Busbahnhofs}}}\]
Standort
Der Busbahnhof Rijeka befindet sich in einem historisch bedeutsamen, aber bisher unzugänglichen Teil des Hafens von Rijeka, eingebettet zwischen dem Bahnhof, dem Frachtterminal und dem Passagierhafen. Dieser Bereich, der früher von Hafenlagern dominiert wurde, wird derzeit im Rahmen der Bemühungen der Stadt um eine Wiederbelebung des Hafens umgestaltet. Die meisten bestehenden Lagerhäuser werden entfernt, nur Teile der Wände an der Dehnungsfuge 3 bleiben erhalten. Diese verbleibenden Strukturen werden sorgfältig in das neue Design integriert, wobei während des Abrisses und der Bauarbeiten Schutzmaßnahmen ergriffen werden.
\[\textsf{\textit{\footnotesize{Baustelle - alte Hafenlagerhallen}}}\]
\[ \textsf{\textit{\footnotesize{Busbahnhof als zukünftiges Wahrzeichen des Hafens von Zabica}}}\]
Die Autoren des Projekts
Die architektonische Vision für den Busbahnhof von Rijeka wurde von 3LHD, einem renommierten kroatischen Architekturbüro, das für seine innovativen und kontextsensitiven Entwürfe bekannt ist, in die Tat umgesetzt.
Die Tragwerksplanung wurde von i.t.t. d.o.o. und Stabilnost d.o.o. übernommen, zwei Ingenieurbüros mit umfassender Erfahrung in komplexen Projekten. Zum Statikteam gehörten Saša Mitrović, Ivan Palijan, Jelena Tatalović, Daniel Rapac und Luka Eškinja, die gemeinsam an den technischen und ästhetischen Herausforderungen des Projekts arbeiteten.
https://www.3lhd.com/hr/projekt/autobusni-terminal-zabica/
https://stabilnost.hr/projekt/zemaljski-putnicki-terminal-zapadna-zabica/
Technische Herausforderungen
Der Busbahnhof Rijeka stellte aufgrund seiner Größe, Komplexität und der anspruchsvollen Standortbedingungen erhebliche technische Herausforderungen dar. In geotechnischer Hinsicht gab es erhebliche Schwierigkeiten, da der Felsuntergrund zwischen 10 und 40 m tief ist. Dies erforderte den Einbau von mehr als 300 Stahlbetonpfählen, um eine angemessene Fundamentstabilität zu gewährleisten. Da der Standort starken seismischen Aktivitäten und starken Winden ausgesetzt ist, war außerdem eine sorgfältige Bauplanung erforderlich, um den seitlichen Kräften wirksam zu begegnen.
Die Tragwerkskonstruktion selbst war eine besondere Herausforderung, da das Terminal aus drei getrennten Einheiten besteht, die durch thermische Dehnungsfugen verbunden sind. Jede Einheit verfügt über ein Exoskelett-Diagridsystem , das sowohl vertikale als auch horizontale Lasten aufnimmt. Dieses sichtbare Diagrid dient als architektonisches Merkmal, während es gleichzeitig Seitenkräfte aufnimmt und die Lasten auf die Stahlbetonkerne überträgt. Darüber hinaus verlangte der Entwurf stützenfreie Spannweiten von bis zu 16 Metern für das Parkhaus, was das Tragwerk verkomplizierte und gleichzeitig die funktionale Nutzbarkeit sicherstellte.
Eine weitere zentrale Herausforderung war die Integration der Tragwerksplanung mit der architektonischen Vision, da das markante Diagramm des Exoskeletts eine genaue Abstimmung mit den ästhetischen Zielen erforderte. Jedes Strukturelement musste vom Architektenteam genehmigt werden, was den Arbeitsablauf noch komplexer machte. Der Entwurf und die Überprüfung hunderter komplizierter Stahlverbindungen - insbesondere an den Kreuzungspunkten der Diagonalen und den Verbundbodensystemen - erforderten innovative Werkzeuge und Ansätze, um die strukturelle Sicherheit zu gewährleisten und gleichzeitig die architektonische Integrität zu erhalten.
Lösungen und Ergebnisse
Das Ingenieurteam setzte fortschrittliche Werkzeuge ein, um die strukturellen und architektonischen Anforderungen des Busbahnhofs Rijeka zu erfüllen. Unter anderem war die Verbindungsplanung eine der zeitaufwändigsten Aufgaben aufgrund der großen Anzahl von Verbindungen und deren einzigartigem Design.
Die Verbundbetonplatte wurde von 16 m langen IPE 550-Trägern getragen, die auf der einen Seite mit dem Außenskelett und auf der anderen Seite mit den HEA 550-Längsträgern verbunden waren, wobei Endplatten-Schraubverbindungen verwendet wurden.
Die HEA-Längsträger wurden mit den Stützen aus HD 400x314-Profilen verbunden. Es wurden verschiedene Verbindungsarten verwendet, wie z. B. verschraubte Endplatten und Stummel.
Das Diagrid-Exoskelett, das vertikale und seitliche Kräfte aufnehmen soll, erforderte eine präzise Modellierung, um sowohl die strukturelle Leistung als auch die ästhetische Ausrichtung zu gewährleisten.
\[\textsf{\textit{\footnotesize{Das diagonale Gitter bildet die Fassade des Terminals}}}\]
Croatia
Darüber hinaus wurden verschiedene Arten der Verankerung der Stahlsäulen in der Fundamentverankerung untersucht.
IDEA StatiCa erwies sich als hilfreich bei der Analyse des Verhaltens aller Verbindungstypen.
Croatia
Die Anzahl der verschiedenen Arten von Anschlussgeometrien erreichte mehrere hundert. Hier half IDEA StatiCa am meisten, um die statische Bemessung all dieser Verbindungen effizient zu gestalten. Von Standard-Stützen-Träger-Verbindungen bis hin zu den komplizierten Knoten des Diagrids lieferte die Software detaillierte Analysen, die Kapazitätskurven und Widerstandsnachweise umfassten.
Dieses Maß an Präzision war unabdingbar, da die meisten Verbindungen speziell für die Anforderungen des Projekts entwickelt wurden. IDEA StatiCa ermöglichte es dem Team, Verbindungen zu entwerfen, die stärker waren als das Grundmaterial, um die Robustheit und Langlebigkeit der gesamten Struktur zu gewährleisten.
Fazit
Das Rijeka Bus Terminal Projekt zeigt die Fähigkeiten von IDEA StatiCa bei der Bewältigung komplizierter struktureller Herausforderungen. Von Diagonalverbindungen bis hin zu Verbundböden - die Software ermöglichte es den Ingenieuren, strukturelle Integrität mit architektonischem Ehrgeiz zu vereinen und sicherzustellen, dass dieses ikonische Bauwerk Rijeka noch jahrzehntelang dienen wird.
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